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Zuletzt geändert von Administrator am 2025/12/23 13:40

März 30 2026

Real-World-Evidenz zu Tirbanibulin in der Behandlung aktinischer Keratosen in Deutschland (NEWSBLOG 2026)

Tirbanibulin ist als topische Kurzzeittherapie zur Behandlung aktinischer Keratosen zugelassen und wird über fünf aufeinanderfolgende Tage angewendet. In der prospektiven, multizentrischen, nichtinterventionellen KLIR-Studie wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser Therapie unter Alltagsbedingungen in 58 dermatologischen Zentren in Deutschland untersucht. Insgesamt wurden 545 Patienten eingeschlossen. Die mittlere Anzahl aktinischer Keratosen reduzierte sich innerhalb von knapp zwei Monaten signifikant um rund 70 %. Mehr als ein Drittel der Patienten erreichte eine vollständige Abheilung aller behandelten Läsionen, während über die Hälfte zumindest eine partielle Abheilung mit einer Reduktion um mindestens 75 % zeigte. Bei einem Teil der initial vollständig abgeheilten Patienten traten im Langzeitverlauf wieder Läsionen auf, was die chronische Natur der Erkrankung unterstreicht. Lokale Hautreaktionen waren häufig, überwiegend jedoch mild bis moderat ausgeprägt, wobei Erytheme am häufigsten beobachtet wurden. Die Patientenzufriedenheit war hoch, nahezu alle Befragten würden eine erneute Behandlung mit Tirbanibulin in Betracht ziehen. Die Ergebnisse bestätigen unter Real-World-Bedingungen eine relevante Wirksamkeit bei zugleich guter Akzeptanz und sprechen für den praktischen Nutzen der fünftägigen Kurzzeittherapie im klinischen Alltag.

Quelle:
J Dtsch Dermatol Ges. 2025 Sep 25. http://doi.org/10.1111/ddg.15876.
Real‐world evidence of tirbanibulin in the treatment of actinic keratosis in Germany – prospective, multicenter, non‐interventional KLIR study.
Heppt MV, Hadshiew I, Kempf A, Melzer A, Berking C.

März 27 2026

Intraklassenwechsel von IL-23-Inhibitoren bei Psoriasis: Wirksamkeit, Muster und Prädiktoren des Ansprechens – Eine retrospektive multizentrische Studie aus Italien (NEWSBLOG 2026)

IL-23-Inhibitoren zählen zu den hochwirksamen Biologika in der Therapie der Plaque-Psoriasis, dennoch kommt es bei einem Teil der Patienten zu Therapieabbrüchen, häufig infolge sekundären Wirkverlusts. In einer retrospektiven multizentrischen Real-World-Analyse untersuchten die Autoren die Effektivität und klinischen Muster eines Intraklassenwechsels zwischen verschiedenen IL-23-Inhibitoren. Eingeschlossen wurden 116 erwachsene Patienten mit insgesamt 120 Therapiewechseln. Die Mehrzahl der Wechsel erfolgte aufgrund nachlassender Wirksamkeit. Nach dem Switch wurde am häufigsten Risankizumab eingesetzt, gefolgt von Guselkumab und Tildrakizumab. Die Ansprechraten im Sinne eines PASI90 stiegen im Verlauf kontinuierlich an und erreichten nach einem Jahr Werte von über 60 %, was die klinische Relevanz dieser Strategie unterstreicht. Therapieabbrüche nach dem Wechsel traten vergleichsweise selten auf und waren überwiegend auf unzureichende Wirksamkeit oder unerwünschte Ereignisse zurückzuführen. In der Prädiktorenanalyse zeigte sich, dass Patienten mit Psoriasis-Arthritis initial geringere Ansprechraten aufwiesen, während ein Body-Mass-Index über 25 kg/m² insbesondere im längerfristigen Verlauf mit reduzierter Wahrscheinlichkeit für ein PASI90-Ansprechen assoziiert war. Zudem schnitten Patienten, die auf Risankizumab wechselten, im frühen Verlauf besser ab, während ein Wechsel von Risankizumab auf einen anderen IL-23-Inhibitor mit niedrigeren Ansprechraten verbunden war. Insgesamt belegen die Daten, dass ein Intraklassenwechsel innerhalb der IL-23-Inhibitoren eine praktikable und wirksame Option bei unzureichendem Ansprechen darstellt, wobei patientenspezifische Faktoren wie Body-Mass-Index und Begleiterkrankungen bei der Therapiewahl berücksichtigt werden sollten.

Quelle:
Clin Exp Dermatol. 2025 Oct 30:llaf476. http://doi.org/10.1093/ced/llaf476.
Intraclass Switching of IL-23 Inhibitors in Psoriasis: Effectiveness, Patterns, and Predictors of Response - A Retrospective Multicenter Study in Italy.
Caldarola G, De Luca E, Balato A, Burlando M, Carugno A, Giunta A, Lembo S, Manfredini M, Megna M, Moretta G, Musumeci ML, Ribero S, Trovato E.

März 23 2026

Zirkumskripte akrale Hypokeratose (NEWSBLOG 2026)

Die zirkumskripte akrale Hypokeratose ist eine seltene, gutartige Störung der Keratinisierung, die vor allem akrale Hautareale betrifft und sich meist als scharf begrenzte, asymptomatische Läsion manifestiert. Typischerweise tritt die Erkrankung bei Frauen im mittleren bis höheren Lebensalter auf und präsentiert sich überwiegend solitär, kann jedoch in Einzelfällen auch multifokal vorkommen und dadurch die diagnostische Einordnung erschweren. In einer kleinen Fallserie veranschaulichen die Autoren die klinische und histopathologische Variabilität dieser Entität. Klinisch können die Läsionen anderen Dermatosen wie Psoriasis, Mykosen oder unspezifischen Ekzemen ähneln, was zu Fehldiagnosen führen kann. Histopathologisch zeigt sich charakteristischerweise ein abrupt einsetzender Bereich mit Hypokeratose, teils mit Ausdünnung des Stratum granulosum und nur minimaler entzündlicher Reaktion. Therapeutisch erwiesen sich topische Vitamin-D-Analoga, Retinoide und Antimykotika als uneinheitlich wirksam. In einem therapieresistenten Fall führte eine fraktionierte Lasertherapie zu einer deutlichen Besserung, was auf ein mögliches neues Behandlungsfeld hinweist. Die Pathogenese der Erkrankung ist bislang ungeklärt; diskutiert werden erworbene epidermale Fehlbildungen, traumatische Auslöser, virale Faktoren sowie genetisch bedingte Störungen der Keratinisierung oder der Zelladhäsion. Aufgrund des chronischen Verlaufs und der begrenzten Therapieoptionen ist eine korrekte histopathologische Diagnosestellung entscheidend, um eine angemessene Betreuung und Verlaufskontrolle sicherzustellen.

Quelle:
Clin Dermatol. 2025 Nov-Dec;43(6):783–788. http://doi.org/10.1016/j.clindermatol.2025.09.024
A rare dermatologic condition: Insights from three cases of circumscribed acral hypokeratosis.
Vavrukh P, Lipner SR, Blank N, Kalomeris T, Magro CM.

März 20 2026

Epidemiologische Merkmale von de novo entstandenen versus naevusassoziierten Melanomen (NEWSBLOG 2026)

Ob Melanome, die de novo entstehen, und solche, die sich aus einem bestehenden Nävus entwickeln, unterschiedliche biologische Entitäten darstellen, ist weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. In einer Analyse aus einem Melanom-Referenzzentrum in Athen wurden 509 primäre kutane Melanome ausgewertet, die zwischen 1999 und 2024 diagnostiziert worden waren. Mehr als die Hälfte der Tumoren war mit einem Nävus assoziiert, während etwas weniger als die Hälfte de novo entstand. Naevusassoziierte Melanome traten signifikant häufiger bei jüngeren und mittelalten Patienten auf und lokalisierten sich bevorzugt am Stamm und an den Extremitäten, wohingegen de novo Melanome häufiger im Kopfbereich diagnostiziert wurden. Histologisch zeigten sich ebenfalls Unterschiede: Superfiziell spreitende Melanome waren überwiegend naevusassoziiert, während noduläre, akral-lentiginöse und Lentigo-maligna-Melanome häufiger de novo auftraten. Darüber hinaus wurden naevusassoziierte Melanome häufiger in früheren Stadien diagnostiziert, waren dünner, wiesen seltener Ulzerationen auf und zeigten eine geringere mitotische Aktivität. Im Verlauf kam es bei Patienten mit de novo Melanomen häufiger zu Krankheitsprogression. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass naevusassoziierte Melanome im Durchschnitt ein weniger aggressives Verhalten aufweisen als de novo entstandene Tumoren. Die Studie liefert zusätzliche Hinweise auf klinische und prognostische Unterschiede zwischen beiden Subtypen und unterstreicht die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung in Diagnostik, Risikostratifizierung und Nachsorge.

Quelle:
Melanoma Res. 2025 Dec 1;35(6):418-423. http://doi.org/10.1097/CMR.0000000000001063.
Epidemiologic characteristics of de novo versus nevus-associated melanoma.
Kostaki M, Porfiriou G, Louros L, Manousaki M, Nikolaou C, Tsallas S, Tampouratzi E, Gamatsi I, Ntritsos G.

März 19 2026

GLP-1-Rezeptoragonisten und reduzierte Mortalität sowie kardiovaskuläre und psychiatrische Risiken bei Psoriasis: Eine groß angelegte Kohortenstudie (NEWSBLOG 2026)

Psoriasis ist mit einer erheblichen Komorbiditätslast verbunden, insbesondere im Hinblick auf kardiovaskuläre, metabolische und psychiatrische Begleiterkrankungen. In einer groß angelegten populationsbasierten Real-World-Analyse untersuchten die Autoren, ob Glucagon-Like-Peptide-1-Rezeptoragonisten bei Patienten mit Psoriasis, die aufgrund von Adipositas oder Typ-2-Diabetes behandelt wurden, mit verbesserten klinischen Endpunkten assoziiert sind. Grundlage war eine retrospektive Kohortenstudie unter Nutzung der US-amerikanischen TriNetX-Datenbank mit zweijähriger Nachbeobachtung. Nach Propensity-Score-Matching wurden jeweils 3.048 Patienten mit und ohne GLP-1-Rezeptoragonisten-Therapie verglichen. Die Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten war mit einer signifikant reduzierten Gesamtmortalität sowie einer geringeren Rate schwerer kardiovaskulärer Ereignisse verbunden. Darüber hinaus zeigten sich niedrigere Risiken für Alkohol- und Substanzmissbrauch. Typische arzneimittelassoziierte Nebenwirkungen traten nicht häufiger auf als in der Vergleichsgruppe. Bemerkenswert war, dass die beobachteten Risikoreduktionen bei Patienten mit Psoriasis ausgeprägter waren als in Vergleichskohorten mit Adipositas oder Diabetes ohne Psoriasis. Insgesamt sprechen die Daten dafür, dass GLP-1-Rezeptoragonisten bei Patienten mit Psoriasis und metabolischen Komorbiditäten nicht nur metabolische Parameter verbessern, sondern auch das Risiko schwerwiegender kardiovaskulärer und psychiatrischer Folgeerkrankungen sowie die Gesamtsterblichkeit senken könnten. Dies unterstreicht den potenziellen Stellenwert dieser Substanzklasse im integrativen Management der Psoriasis mit Begleiterkrankungen.

Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Sep 3:ljaf346. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf346.
GLP-1RA and reduced mortality, cardiovascular and psychiatric risks in psoriasis: a large-scale cohort study.
Olbrich H, Kridin K, Zirpel H, Hernandez G, Sadik CD, Gaffal E, Thaçi D, Ludwig RJ.

März 18 2026

Orales Minoxidil zur Behandlung von Alopezien (NEWSBLOG 2026)

Niedrig dosiertes orales Minoxidil hat sich in den vergangenen Jahren als Off-Label-Therapie bei verschiedenen Formen des Haarausfalls etabliert, darunter androgenetische Alopezie, telogenes Effluvium und Alopecia areata. Ursprünglich als Antihypertensivum entwickelt, fördert Minoxidil das Haarwachstum über mehrere Mechanismen, insbesondere durch Aktivierung von KATP-Kanälen in dermalen Papillenzellen sowie durch Modulation von Signalwegen wie Wnt/β-Catenin und entzündlichen sowie androgenabhängigen Prozessen. Klinische Daten weisen auf eine mit topischem Minoxidil vergleichbare Wirksamkeit hin, bei potenziell besserer Adhärenz, geringeren Anwendungsschwierigkeiten und reduzierten lokalen Nebenwirkungen. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen dosisabhängige Hypertrichose (24% Inzidenz), vorübergehendes verstärktes Shedding (16-22%) sowie milde periphere Ödeme (2%), während schwerwiegende Komplikationen wie Perikardergüsse bei den in der Dermatologie üblichen Dosierungen selten sind. Ein internationaler Delphi-Konsens empfiehlt standardisierte Dosierungsschemata mit niedrigeren Einstiegsdosen bei Frauen (1,25 mg/Tag) und höheren bei Männern (2,5 mg/Tag), wobei bei Jugendlichen sowie bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen besondere Vorsicht geboten ist. Kontraindikationen umfassen unter anderem Perikarderkrankungen, unkontrollierte Hypertonie und Schwangerschaft. Insgesamt sprechen die verfügbaren Daten für ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil bei sorgfältiger Indikationsstellung und Monitoring, wenngleich weitere Studien zur Langzeitsicherheit und zur Anwendung im Kindes- und Jugendalter erforderlich sind. Orales Minoxidil stellt damit eine vielversprechende Ergänzung im therapeutischen Spektrum der Haarerkrankungen dar.

Quelle:
Am J Clin Dermatol. 2025 Oct 21. http://doi.org/10.1007/s40257-025-00990-4.
Oral Minoxidil for Alopecia Treatment: Risks, Benefits, and Recommendations.
Ong MM, Li Y, Lipner SR.

März 17 2026

KOH-5%-Lösung versus Diclofenac 3% zur Behandlung aktinischer Keratosen (NEWSBLOG 2026)

Aktinische Keratosen gelten als prämaligne Hautläsionen mit potenzieller Progression in ein Plattenepithelkarzinom und erfordern daher eine effektive, gut verträgliche Therapie, insbesondere im frühen Stadium mit wenigen isolierten Läsionen. In einer großen randomisierten kontrollierten Studie mit drei Behandlungsarmen untersuchten die Autoren Wirksamkeit und Sicherheit einer 5%igen Kaliumhydroxid-Lösung im Vergleich zu Diclofenac-3%-Gel und Placebo bei Patienten mit milden bis moderaten aktinischen Keratosen. Die KOH- beziehungsweise Placebo-Lösung wurde doppelblind über 28 Tage angewendet, mit therapiefreier Phase und der Möglichkeit von bis zu drei Behandlungszyklen, während Diclofenac über 60 Tage eingesetzt und verblindet bewertet wurde. Primärer Endpunkt war die vollständige Abheilung aller initial vorhandenen Läsionen pro Patient am Therapieende. Von insgesamt 631 eingeschlossenen Patienten erreichte nahezu die Hälfte der mit KOH behandelten Patienten eine komplette Abheilung, während die Erfolgsraten unter Diclofenac und Placebo deutlich niedriger lagen. Auch auf Läsionsebene zeigte sich eine höhere vollständige Remission unter KOH. Zudem setzte die Wirkung schneller ein, mit höheren Abheilungsraten bereits nach einem Monat, während sich die Wirksamkeit im längerfristigen Verlauf zwischen KOH und Diclofenac annäherte. Die Nebenwirkungen waren überwiegend mild und lokal begrenzt, das Verträglichkeitsprofil beider aktiver Therapien vergleichbar. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die 5%ige KOH-Lösung eine effektive und praxisnahe Option für die läsionsgerichtete Therapie milder bis moderater aktinischer Keratosen darstellt und insbesondere durch den rascheren Wirkungseintritt einen klinischen Vorteil bieten kann.

Quelle:
J Eur Acad Dermatol Venereol. 2025 Sep 25. http://doi.org/10.1111/jdv.70069.
KOH 5% solution versus diclofenac 3% for the treatment of actinic keratosis - Results from a three-armed RCT.
Reinhold U, Leitz N, Dominicus R, Szabó EL, Dirschka T, Popp G, Fischer TC, Adamini N, Ostendorf R, Asefi M, Durani H, Hölting T, Amann U, Kreuziger F, Assmann T, Brüning H, Freitag L, Hoffmann K, Gedschold R.

März 16 2026

Durchbrechen primärer Checkpoint-Inhibitor-Resistenz durch intermittierende alkylierende Chemotherapie bei metastasiertem Melanom: Ergebnisse einer multizentrischen Phase-II-Studie (NEWSBLOG 2026)

Patienten mit BRAF-Wildtyp-metastasiertem Melanom, die primär nicht auf eine Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren ansprechen, haben eine ungünstige Prognose und nur begrenzte therapeutische Optionen. Vor diesem Hintergrund untersuchte eine prospektive multizentrische Phase-II-Studie, ob eine kurzzeitige alkylierende Chemotherapie mit Dacarbazin eine erneute Sensibilisierung gegenüber derselben Checkpoint-Inhibition ermöglichen kann. Eingeschlossen wurden Patienten mit histologisch gesichertem BRAF-Wildtyp-Melanom, die bereits beim ersten radiologischen Staging unter Ipilimumab plus Nivolumab oder Pembrolizumab eine primäre Progression zeigten. Nach zwei intravenösen Gaben von Dacarbazin im Abstand von drei Wochen erfolgte eine Reexposition mit dem zuvor eingesetzten Immuntherapieschema. Von den eingeschlossenen Patienten waren 38 hinsichtlich des Therapieansprechens auswertbar. Die objektive Ansprechrate lag bei rund 18 %, wobei mehrere Patienten eine partielle Remission erreichten; die Krankheitskontrollrate betrug knapp 37 %. Das Sicherheitsprofil erwies sich als insgesamt günstig, schwere therapieassoziierte Nebenwirkungen traten vergleichsweise selten auf, neue sicherheitsrelevante Signale wurden nicht beobachtet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine kurzzeitige Chemotherapie möglicherweise immunmodulatorische Effekte entfaltet, die eine zuvor bestehende primäre Resistenz gegenüber Checkpoint-Inhibitoren zumindest bei einem Teil der Patienten überwinden können. Auch wenn weitere Studien zur Bestätigung erforderlich sind, eröffnet dieses Konzept einen potenziell praktikablen Therapieansatz für eine klinisch besonders herausfordernde Patientengruppe.

Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Sep 4:ljaf350. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf350.
Breaking primary checkpoint inhibitor resistance with intermittent alkylating chemotherapy in patients with metastatic melanoma - Results of a multicenter phase II study.
Haferkamp S, Schilling B, Berking C, Drexler K, Gesierich A, Tomsitz D, Erdmann M, Jakob L, Geissler EK, Zeman F, Heinzerling L.

März 15 2026

Primär kutane CD4-positive klein-/mittelgroßzellige T-Zell-lymphoproliferative Erkrankung: 20 Jahre Erfahrung aus einem spezialisierten Zentrum (NEWSBLOG 2026)

Die primär kutane CD4-positive klein- bis mittelgroßzellige T-Zell-lymphoproliferative Erkrankung gilt als seltene, indolente Form einer kutanen lymphoproliferativen Störung, deren diagnostisches und therapeutisches Vorgehen derzeit neu bewertet wird. In einer Auswertung über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten analysierten die Autoren 86 Patienten, die in einem spezialisierten Zentrum interdisziplinär diagnostiziert wurden. Die Erkrankung manifestierte sich überwiegend als solitärer Knoten im Kopf-Hals-Bereich. Bildgebende Staging-Untersuchungen zeigten in keinem Fall eine systemische oder nodale Beteiligung. Ein Teil der Patienten erlebte bereits nach diagnostischer Biopsie eine spontane Rückbildung der Läsion. Persistierende Befunde wurden je nach Situation topisch mit Kortikosteroiden behandelt oder niedrig dosiert bestrahlt, während bei anderen Patienten eine vollständige Exzision mit anschließender Verlaufskontrolle erfolgte. Unabhängig vom gewählten Vorgehen erreichten alle Patienten eine vollständige Remission. Rezidive traten insgesamt selten auf, waren jedoch signifikant häufiger bei initial multiplen Hautläsionen als bei solitären Befunden. Während der Nachbeobachtung verstarb kein Patient an der Erkrankung selbst, die krankheitsspezifische Überlebensrate lag bei 100 %. Die Ergebnisse unterstreichen die exzellente Prognose dieser Entität, insbesondere bei solitärem Befall, und stellen die routinemäßige Durchführung aufwendiger Staging-Untersuchungen infrage. Bei fehlendem Ansprechen auf topische Therapie erscheint eine niedrig dosierte Radiotherapie als effektive Option, während in vielen Fällen auch eine engmaschige Beobachtung ausreichend sein kann.

Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Nov 18;193(6):1214-1220. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf338.
Primary cutaneous CD4+ small/medium T-cell lymphoproliferative disorder: 20 years of experience from a specialist centre.
Bashall SEL, Thomas BR, Sim V, Wain M, Child F, Whittaker S, Morris S.

Erstellt von Administrator am 2005/01/28 16:50
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