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Das Wiki Blog - Blog-Beiträge für Februar 2026

Feb. 02 2026

Avelumab plus Cetuximab beim fortgeschrittenen kutanen Plattenepithelkarzinom (NEWSBLOG 2026)

Beim kutanen Plattenepithelkarzinom zeigen sowohl Immuncheckpoint-Inhibitoren gegen den PD-1/PD-L1-Signalweg als auch EGFR-Inhibitoren eine relevante Wirksamkeit, dennoch besteht insbesondere bei perianogenitalen Tumoren oder bei Erkrankungen mit Progress unter PD-1-Therapie ein ungedeckter therapeutischer Bedarf. In einer multizentrischen einarmigen Phase-II-Studie untersuchten die Autoren die klinische Aktivität und Sicherheit der Kombination aus Avelumab und Cetuximab bei Patienten mit nicht resezierbarem Stadium-III- oder -IV-kutanem Plattenepithelkarzinom über einen Behandlungszeitraum von bis zu einem Jahr. Eingeschlossen wurden auch Patienten mit vorausgegangener systemischer Therapie. Der primäre Endpunkt war das objektive Ansprechen, ergänzt durch vordefinierte Subgruppenanalysen nach Therapielinie und Tumorlokalisation. Von 52 eingeschlossenen Patienten erhielten 49 mindestens eine Therapiedosis, wobei bei 41% ein objektives Ansprechen mit einem relevanten Anteil kompletter Remissionen erzielt wurde. Therapienaive Patienten zeigten höhere Ansprechraten als vorbehandelte, jedoch wurden auch bei zuvor mit PD-1-Inhibitoren behandelten Patienten klinisch relevante Remissionen beobachtet. Besonders hervorzuheben sind die Ansprechraten bei perianogenitalen Tumoren mit mehreren kompletten Remissionen. Bei längerer Nachbeobachtung ergaben sich ermutigende progressionsfreie und Gesamtüberlebenszeiten. Die Therapie war überwiegend gut verträglich, schwere behandlungsbedingte Nebenwirkungen traten nur bei einem begrenzten Teil der Patienten auf, und Therapieabbrüche waren selten. Zudem verbesserte sich die Lebensqualität, insbesondere bei Patienten mit perianogenitalen Primärtumoren. Insgesamt zeigt die Kombination aus Avelumab und Cetuximab eine vielversprechende Wirksamkeit und ein akzeptables Sicherheitsprofil beim fortgeschrittenen kutanen Plattenepithelkarzinom, auch in klinisch besonders herausfordernden Subgruppen.

Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Oct 17;193(5):865–875. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf303
Avelumab plus cetuximab in patients with unresectable stage III or IV cutaneous squamous cell carcinoma: clinical activity and safety results from AliCe, a single-arm multicentre phase II DeCOG trial.
Becker JC, Gesierich AH, Leiter U, Zimmer L, Hassel JC, von Wasielewski I, Ziemer M, Fluck M, Meier F, Spillner AN, Schilling B, Eigentler TK, Livingstone E, Ugurel S, Angela Y, Windemuth-Kieselbach C, Gutzmer R.

Feb. 01 2026

Prävalenz renaler Komplikationen bei rezessiver dystropher Epidermolysis bullosa (NEWSBLOG 2026)

Renale Manifestationen bei Patienten mit rezessiver dystropher Epidermolysis bullosa infolge eines Kollagen-VII-Mangels wurden bislang überwiegend in kleinen Fallserien beschrieben und könnten daher unterschätzt sein. In einer retrospektiven Kohortenstudie untersuchten die Autoren die Häufigkeit und Art von Nierenerkrankungen in einer großen Patientenkohorte, die an zwei spezialisierten Referenzzentren betreut wurde. Eingeschlossen wurden Patienten mit gesicherter molekulargenetischer Diagnose und mindestens zwei zeitgleichen Blut- und Urinuntersuchungen. Eine Nierenerkrankung wurde definiert als glomeruläre Beteiligung mit Albuminurie oder als tubulointerstitielle Schädigung mit erhöhter β2-Mikroglobulin-Ausscheidung. Von 120 untersuchten Patienten wiesen rund 30% Zeichen einer Nierenerkrankung auf. Glomeruläre Veränderungen traten insbesondere in Form einer IgA-Nephropathie auf, während tubulointerstitielle Manifestationen häufig mit komplexen Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts assoziiert waren. Immunhistochemische Untersuchungen zeigten bei Patienten mit vollständigem Kollagen-VII-Mangel keine Expression von Kollagen VII in glomerulären und tubulären Basalmembranen, im Gegensatz zu Kontrollproben. In der multivariaten Analyse war das Vorliegen einer Nierenerkrankung signifikant mit dem Schweregrad der Grunderkrankung assoziiert und ging mit einer reduzierten Gesamtüberlebensrate einher. Auf Grundlage dieser Ergebnisse empfehlen die Autoren eine systematische nephrologische Überwachung mit frühzeitiger Überweisung bei Auffälligkeiten. Insgesamt stellt die Nierenbeteiligung eine häufige und prognostisch relevante Komplikation bei rezessiver dystropher Epidermolysis bullosa dar und erfordert eine konsequente Früherkennung.

Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Nov 18;193(6):1204–1213. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf271
Prevalence of kidney complications in a large cohort of patients with recessive dystrophic epidermolysis bullosa.
Boudhabhay I, Bellon N, Avramescu M, Bataille P, Duval A, Rabant M, Bodard S, Ould-Rabah M, Leclerc-Mercier S, Boyer O, Sakhi H, Canaud G, Pillebout E, Hadj-Rabia S, Bourrat E, Bodemer C.

Erstellt von Administrator am 2005/01/28 16:50
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