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Zuletzt geändert von Administrator am 2025/10/26 18:35

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Tumormarker für Lymphknotenbefall bei etramammärem Morbus Paget (NEWSBLOG)

Die meisten Fälle von extramammärem Morbus Paget werden frühzeitig diagnostiziert. Für fortgeschrittene Fälle stehen nur wenige wirksame Behandlungen zur Verfügung und die Prognose ist schlecht. Daher ist die Entwicklung empfindlicher Biomarker für metastasierte Fälle eine entscheidende Herausforderung. 138 Patienten wurden nach regionaler Lymphknotenmetastasierung und Fernmetastasierung in drei Gruppen eingeteilt, um die Beziehung zwischen Metastasierung und verschiedenen Tumormarkern zu evaluieren: Serum-CEA, CA19-9, CA125, CA15-3 und Cytokeratin 19 Fragment (CYFRA)). Bezüglich Fernmetastasierung wies jeder Biomarker eine hohe Sensitivität und Spezifität auf. Die Sensitivitäten und Spezifitäten für regionale Lymphknotenmetastasen waren wie folgt: CEA 50,0% und 88,6%; CA19-9 50% und 89,5%; CA125 0% und 98,2%; CA15-3 0% und 96,0% und CYFRA 66,7% bzw. 95,0%. Die Sensitivität der Kombination von lediglich CEA und CYFRA betrug 83,3%.

Quelle:

J Dermatol. 2020 May 16. http://doi.org/10.1111/1346-8138.15392.

Combined serum carcinoembryonic antigen and cytokeratin 19 fragment levels provide a sensitive biomarker for lymph node metastasis in extramammary Paget's disease.

Kato H, Nakamura M, Watanabe S, Oda T, Morita A.

Reduktion von humanen β-Defensinen bei Papulopustulen durch EGFRI (NEWSBLOG)

Epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptor-Inhibitoren (EGFRIs) verursachen häufig kutane Nebenwirkungen wie papulopustulöse Eruptionen. Der Mechanismus der Reaktionen bleibt jedoch unklar. Die u.g. Arbeitsgruppe untersuchte, ob EGFRIs einen Einfluss auf die angeborene Immunantwort in der Haut von Patienten haben. In den Stratum Corneum-Proben von Patienten, die mit monoklonalen EGFR-Antikörpern (mAbs) behandelt wurden, wurden vor und nach Beginn der Therapie die Spiegel an humanen β-Defensinen (hBDs), die als erste Verteidigungslinie gegen Infektionen durch pathogene Mikroorganismen dienen, gemessen. Im Gegensatz zu den Befunden bei Patienten ohne Eruptionen wurde bei Patienten, die papulopustulöse Eruptionen entwickelten, eine signifikante Abnahme der hBD1- und hBD3-Produktion beobachtet. Ähnliche Veränderungen zeigten sich bei der hBD2-Produktion. Diese Ergebnisse könnten darauf hindeuten, dass eine Verringerung der hBD zur erhöhten Inzidenz von papulopustulösen Eruptionen beiträgt.

Quelle:

Clin Exp Dermatol. 2020 May 27. http://doi.org/10.1111/ced.14311.

Reduced induction of human β-defensins is involved in the pathological mechanism of cutaneous adverse effects caused by EGFR monoclonal antibodies.

Ommori R, Nakamura Y, Miyagawa F, Shobatake C, Ogawa K, Koyama F, Sho M, Ota I, Kitahara T, Hontsu S, Muro S, Asada H.

LDH als Biomarker für Dupilumab-Wirkstärke (NEWSBLOG)

Dupilumab zeigt eine hohe Wirksamkeit und tolerierbare Sicherheit bei der Behandlung der atopischen Dermatitis (AD). Die Wirksamkeit variiert jedoch bei einzelnen Patienten. Bisher wurden keine Prädiktoren für die Wirkstärke von Dupilumab bei AD-Patienten identifizert. Daten von 54 erwachsenen japanischen Patienten (43 Männer und 11 Frauen) mit mittelschwerer bis schwerer AD wurden analysiert. Ein höherer LDH-Spiegel im Basisserum war bei Patienten mit AD langfristig mit einer schlechteren Wirksamkeit von Dupilumab assoziiert. Darüber hinaus dauerte es tendenziell länger, bis AD-Patienten mit allergischen Erkrankungen auf Dupilumab ansprachen; allerdings reagierten diese Patienten langfristig besser auf Dupilumab als Patienten ohne allergische Erkrankungen.

Quelle:

J Dermatol. 2020 Jun 17. http://doi.org/10.1111/1346-8138.15464.

Higher baseline serum lactate dehydrogenase level is associated with poor effectiveness of dupilumab in the long term in patients with atopic dermatitis.

Kato A, Kamata M, Ito M, Uchida H, Nagata M, Fukaya S, Hayashi K, Fukuyasu A, Tanaka T, Ishikawa T, Ohnishi T, Tada Y.

Multiple primäre Melanome (NEWSBLOG)

Es wurde berichtet, dass bei 2-10% der Melanompatienten multiple primäre Melanome (MPMs) auftreten. Die in der Literatur gefundene Terminologie umfasste "gleichzeitig", "simultan" und "synchron" mit unterschiedlichen Definitionen, die zwischen 0 und 6 Monaten zwischen der Diagnose des ersten und der nachfolgenden Melanome lagen. In der unten zitierten Publikation werden 8 Fälle in chronologischer Reihenfolge beschrieben, und die Inzidenz von MPMs, die ungefähr zur gleichen Zeit diagnostiziert wurden, wurde mit 22-39% angegeben. Nävus spilus wurde als potenzieller Risikofaktor für MPMs identifiziert. Diese Studie hebt hervor, dass MPMs keine Seltenheit sind und eine gründliche Ganzkörperinspektion erforderlich machen.

Quelle:

J Drugs Dermatol. 2020 May 1;19(5):471-474.

Multiple Primary Melanomas Occurring Around the Same Time: A Review of Terminology and Implications.

Shih S, Dai C, Shih T, Khachemoune A.

Anwendungsfehler bei der Skabiestherapie (NEWSBLOG)

In den letzten Jahren wurde im deutschsprachigen Raum ein deutlicher Anstieg an Skabiesinfestationen beobachtet. Aufgrund häufiger Therapieversager stellt sich die Frage, ob die Anwendung der lokalen Permethrintherapie korrekt erfolgt. In der unten zitierten Studie wurden 21 Skabiespatienten bezüglich einer korrekten Anwendung mithilfe einer fluoreszierenden Testcreme geschult. Die Vorgabe einer lückenlosen Applikation laut Anweisung wurde von keinem einzigen Studienteilnehmer erreicht. Die mittlere Anzahl der ausgesparten Körperareale betrug 6 (Min.: 2; Max.: 18), die mittlere ausgesparte Körperoberfläche betrug 6 % (Min.: 2 %, Max.: 30 %). Bezüglich Skabiesprädilektionsstellen waren Fußgelenke in 62 % der Fälle ausgespart, gefolgt von Zehenzwischenräumen mit 33 % und Sakralregion mit 24 %. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass die Anwendungsgenauigkeit bei Skabiespatienten unzureichend sein kann und bieten ein (möglicherweise unterschätztes) Erklärungsmodell für die häufigen Berichte über Therapieversagen einer topischen Skabiestherapie, welche den Eindruck eines Resistenzproblems erwecken.

Source:

J Dtsch Dermatol Ges. 2020 Jun;18(6):554-560. http://doi.org/10.1111/ddg.14122_g.

Anwendungsfehler bei lokaler Skabiestherapie: eine Beobachtungsstudie.

Nemecek R, Stockbauer A, Lexa M, Poeppl W, Mooseder G.

OP nach Hämangiom-Involution (NEWSBLOG)

Das infantile Hämangiom ist ein gutartiger Gefäßtumor, der sich über mehrere Jahre allmählich entwickelt. Das schnell involvierende angeborene Hämangiom (Rapidly involuting congenital hemangioma  = RICH) ist ein relativ seltener angeborener Gefäßtumor, der bei der Geburt ausgewachsen ist und im ersten Jahr kein postnatales Wachstum aufweist, sondern sich zurückbildet. Nach der Involution beider Arten von Hämangiomen können jedoch Folgen wie redundante Haut oder auffällige Narben beobachtet werden. In diesem Artikel wird der Fall eines 6-jährigen Mädchens mit einer konkaven Deformität aufgrund subkutaner Atrophie, Hautverdunkelung und veränderter Hautstruktur ihrer linken Jochbeinregion nach Involution eines Hämangioms vorgestellt. Die Patientin wurde erfolgreich operiert, indem ein deepithelisiertes Hautfetttransplantat aus der Leistengegend übertragen wurde. Diese Technik kann bei atrophischen Folgen nach Regression eines Hämangioms vorteilhaft sein, sie ist einfach durchzuführen und kosmetisch günstig.

Quelle:

Pediatr Dermatol. 2020 May 22. http://doi.org/10.1111/pde.14207.

Use of dermal fat grafts for treating anetoderma with lipoatrophy following involution of hemangiomas.

Nomura T, Nakasone M, Okamoto T, Ejiri H, Osawa S, Hashikawa K, Terashi H.

 

PSMA als neuer Melanom-Biomarker (NEWSBLOG)

Prostataspezifisches Membranantigen (PSMA) ist ein Prostataepithelprotein, das als Radiotracer (68Ga-PSMA-11) für das Staging von Prostatakrebs verwendet wird. Es wurde beobachtet, dass PSMA-PET/CT bei Prostatakrebs Melanom-Metastasen nachweist. Das Ziel dieser Studie war es, die Performance der PSMA-Immunhistochemie bei resezierten Melanom-Metastasen zu untersuchen, um ihre Verwendung als diagnostischer bildgebender Biomarker für Melanome zu evaluieren. 41 Melanomproben im Stadium III/IV wurden mit PSMA immunhistochemisch gefärbt. Immunhistochemie und Western Blot zeigten, dass die PSMA-Färbung im Melanom konsistent und am intensivsten in der Neovaskulatur des Tumorgewebes auftritt (Sensitivität 82,9%, Spezifität 73,2%).

Quelle:

J Cutan Pathol. 2020 Jun 11. http://doi.org/10.1111/cup.13774

Prostate-Specific Membrane Antigen expression in melanoma metastases.

Snow H, Hazell S, Francis N, Mohammed K, O'Neill S, Davies E, Mansfield D, Messiou C, Hujairi N, Nicol D, Harrington K, 

Smith M.

Kutane Nebenwirkungen von Chemo- und Immuntherapeutika (NEWSBLOG)

Chemotherapeutika sind mit unzähligen kutanen Nebenwirkungen verbunden, die mit organischen Hauterkrankungen verwechselt werden können: Methotrexat ist am häufigsten mit mukokutanen Reaktionen, alkylierende Antimetabolite mit Hyperpigmentierung und Platin-Antimetabolite mit IgE-vermittelten Überempfindlichkeitsreaktionen vom Typ I assoziiert. Anthracyclinderivate können bei Patienten das Hand-Fuß-Syndrom induzieren, und Bleomycin ist mit einem Flagellaten-Erythem assoziiert. Taxan-Spindel-Inhibitoren können zu akneiformen Eruptionen führen, die auch bei Verwendung von epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-Inhibitoren auftreten können. Imatinib und seine Derivate können eine makulopapulöse Eruption am Rupf verursachen, während Multikinasehemmer eine Hand-Fuß-Haut-Reaktion hervorrufen können. Vemurafenib kann zu Plattenepithelkarzinomen und Lichtempfindlichkeit führen. Mammalian target of rapamycin inhibitors der ersten Generation können ein makulopapulöses Exanthem verursachen, an dem zunächst Gesicht und Hals beteiligt sind. PD-1-Ligand und Rezeptorinhibitoren sind mit bullösem Pemphigoid assoziiert. Ipilimumab, das auf zytotoxische -T-Lymphozyten-assoziierte (CTLA-4) Rezeptoren abzielt, kann eine morbilliforme Reaktion hervorrufen, während Interleukin-2 (IL-2) -Analoga das Kapillarlecksyndrom hervorrufen können.

Quelle:

Clin Dermatol. 2020 Mar-Apr;38(2):208-215. http://doi.org/10.1016/j.clindermatol.2019.10.006

Drug eruptions associated with tumor therapy: Great imitators.

Ludwig C, Goh V, Rajkumar J, Au J, Tsoukas M.

HHV-6 und COVID-19 (NEWSBLOG)

In der COVID-19-Pandemie stieg die Anzahl der Patienten mit Pityriasis rosea und Kawasaki-Krankheit signifikant in einer türkischen Ambulanz für Dermatologie.  Dies ist die erste Studie, die einen Anstieg von Pityriasis rosea während der Pandemie zeigt. Die Autoren spekulieren, dass dieser Anstieg mit der Reaktivierung von HHV-6 zusammenhängt, und möchten auf die beiden Hautkrankheiten aufmerksam machen, bei denen Herpes 6 (HHV-6) in der Ätiopathogenese involviert ist: Kawasaki-Krankheit und Pityriasis rosea.

Quelle:

Dermatol Ther. 2020 May 31:e13730. http://doi.org/10.1111/dth.13730.

The Clinics of HHV-6 infection in COVID-19 pandemic: Pityriasis rosea and Kawasaki disease.

Dursun R, Temiz SA.

MTX intraläsional in die Nagelmatrix (NEWSBLOG)

Dieser Artikel berichtet über die erfolgreiche Anwendung von intraläsionalem Methotrexat (4 monatliche Sitzungen mit 2 × 0,2 ml in beide Matrixseiten des betroffenen Zehs mit einer Konzentration von 5 mg/ml) bei Acrodermatitis continua suppurativa Hallopeau. Eine Abheilung wurde ohne systemische Immunsuppression erreicht, was besonders in Pandemiezeiten positiv ist.

Quelle:

Dermatol Ther. 2020 Jun 8:e13787. http://doi.org/10.1111/dth.13787

Intramatricial methotrexate for treatment of resistant acrodermatitis continua of Hallopeau: an alterative in Covid-19.

Jindal A, Ramesh S, Noronha M, Pai K, Pai S.

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