Längere Pembrolizumab-Therapie beim fortgeschrittenen Melanom mit geringerer Mortalität assoziiert (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/10/02 06:11

Längere Pembrolizumab-Therapie beim fortgeschrittenen Melanom mit geringerer Mortalität assoziiert (NEWSBLOG 2026)

Die optimale Dauer einer Therapie mit PD-1-Inhibitoren beim fortgeschrittenen Melanom ist weiterhin nicht eindeutig geklärt. Eine retrospektive TriNetX-Analyse untersuchte Patienten mit Melanom im Stadium III oder IV, die Pembrolizumab unterschiedlich lange erhalten hatten. Verglichen wurden 234 Patienten mit einer Therapiedauer von mindestens 24 Monaten, 796 Patienten mit 12 bis 24 Monaten und 746 Patienten mit einer kürzeren Behandlung von 7 bis 10 Monaten. Nach Propensity-Score-Matching war eine mindestens 24-monatige Behandlung gegenüber der Kurzzeittherapie mit einer deutlich niedrigeren Gesamtmortalität assoziiert (HR 0,41; 95%-KI 0,27–0,62), entsprechend einer relativen Reduktion der Mortalitätshazard um 59 %. Auch bei einer Therapiedauer von 12 bis 24 Monaten zeigte sich eine niedrigere Mortalität (HR 0,47; 95%-KI 0,37–0,60) sowie eine geringere Hospitalisierungsrate (HR 0,74; 95%-KI 0,68–0,93). Signifikante Unterschiede bei den untersuchten Nebenwirkungen oder den LDH-Werten wurden nicht festgestellt. Die Ergebnisse könnten auf einen Vorteil längerer Pembrolizumab-Therapien hindeuten, erlauben jedoch gerade bei dieser Fragestellung keine kausale Schlussfolgerung: Patienten müssen ausreichend lange überleben und unter Therapie bleiben, um überhaupt der Gruppe mit langer Behandlungsdauer zugeordnet werden zu können. Zudem können Krankheitsansprechen, Progression, Toxizität und ärztliche Therapieentscheidungen sowohl die Behandlungsdauer als auch die Prognose beeinflussen. Trotz statistischer Adjustierung lässt sich ein solcher Selektions- beziehungsweise Immortal-Time-Bias in einer retrospektiven Datenbankanalyse nicht sicher ausschließen. Die Studie belegt daher nicht, dass eine Verlängerung der Pembrolizumab-Therapie über einen bestimmten Zeitpunkt hinaus die Mortalität tatsächlich reduziert, sondern liefert eine Hypothese, die prospektiv untersucht werden muss.

Quelle:
J Drugs Dermatol. 2026;25(5):421-426. http://doi.org/10.36849/JDD.9165
Longer Pembrolizumab Therapy Reduces Mortality in Stage III and IV Melanoma: A TriNetX Study.
Gipple M, Gupta N, Ray M, Shayya A, McGinnis S, Soclof S, Onikoyi O, Cohen M, Feig JL, Maibach HI, Jagdeo J.

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